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Fernöstliches Flair,  Das japanische Wohnhaus

     
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Traditionelle japanische Wohnhäuser haben den besonderen Reiz durch ihre rechtwinkligen klaren Formen und durch ihre Einfachheit im Inneren. Die Häuser sind aufs engste über offene Veranden dem Garten verschmolzen, dass sie so sehr eine Einheit sind, dass im Eigentlichen die Grundstückseinfriedung als Außenwand des Hauses angesehen werden muß.

 
  Bronzeplastik von Matthias Jakisch    


           japanische Hütte für die Teezeremonie  japanische Architektur  japanisches Zimmer  das japanische Wohnhaus ©2010 Fotolia
              Garten mit Teehaus               moderne japanische Architektur            japanisches Zimmer               Haus und Garten als Einheit


 
 





Man sagt, dem Zweck folgt die Form. Und so ist zu einem guten Teil das traditionelle japanische Wohnhaus tatsächlich ein reiner Zweckbau. Ein wichtiger, die Form bestimmender, Faktor ist das besondere japanische Klima [feuchte Sommer, trockene Winter] und die altjapanische Lebensweise - wie etwa das Sitzen auf dem Boden - entsprechend ordnen sich die Fenster für den Ausblick und in der weiteren Zweckbestimmung für die bodennahe Lüftung der Wohnzimmer in den schwülen Sommermonaten.

Bemerkenswert ist in Japan die Unmittelbarkeit der Verbindung zwischen Garten und Wohnraum: "Das japanische Wohnhaus verschmilzt über die Veranda hinaus, die weitausladende Verdachung, die Steinstufen und Trittsteine mit dem Garten zu einem ganzen, so dass es zwischen Haus und Garten kaum eine Grenze gibt."

"Das japanische Wohnhaus steht im allgemeinen nicht an der Straße, sondern fast immer im Garten, umgeben von einem hohen Bretter- oder Bambuszaun, oder einer immergrünen beschnittenen Hecke, manchmal auch einer Steinmauer. Die Mauer oder der Zaun müssen als eigentliche Außenwand des sehr offenen japanischen Hauses betrachtet werden. Über solchen Umzäunungen ragen viele Bäume von frischem Grün hervor, und dazwischen sind nur die Dächer der Häuser sichtbar."

Japanische Gärten sind bekanntlich stilisierte Landschaften und im eigentlichen Sinne mehr Betrachtungsgärten, die um ein Gebäude angelegt sind von dem man aus den Garten still beobachten kann. Doch neben diesen rein ästhetischen Gesichtspunkten erfüllen die japanischen Hausgärten auch ganz praktische Aufgaben. Sie sind eine natürliche Klimaanlage. Gartenteiche geben in der Hitze dem Garten eine angenehme Kühle.  Die weit offenen japanischen Wohnhäuser mit ihren schattigen Veranden bekommen so im Sommer einen kühlen Windhauch aus dem Garten. Und da sich hier das private Leben besonders im Herbst und Winter mehr auf der überdachten, aber sonnengewärmten Veranda abspielte, so ist ist das auch der Grund, wieso man den gesamten Garten als angeschlossenen privaten Bereich bestimmte.

Das Prinzip solcher ungestörten und mehr geheimen Gärten könnten wir ohne Sorge auch auf unsere europäischen Hausgärten übertragen, da auch der Garten immer mehr als erweiterter Wohnraum genutzt wird ...

Abschließend ist jedoch festzustellen, das es falsch wäre, traditionell japanische Wohnhäuser in Europa einfach zu kopieren: "Der geistige Kern des japanischen Hauses aber beruht auf der ursprünglichen Lebenshaltung des japanischen Menschen, der gern im natürlichen und Alltäglichen die Bedeutung des Menschenlebens zu finden sucht. .... Wir sollten uns bemühen, den Geist des japanischen Wohnhauses zu erfassen. Es ist sinnlos, nur die äußere Form das alten japanischen Hauses oberflächlich nachzuahmen. Leider findet man heute in Japan selbst wie im Ausland oft Beispiele moderner Häuser, wo dies aus sentimentalen Gründen wie exotischem Interesse geschehen ist."  mehr Infos
Zitate aus: Tetsuro Yoshida, Das japanische Wohnhaus, Tübingen 1954

 

Bild oben: Bronzeplastik von Matthias Jackisch
 

 


 
 

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 ak16.2.2011