Den heimischen Garten insektenfreundlich gestalten

blühende Wiese

Wenn man an einem schönen sonnigen Tag einmal die Augen schließt, dann hört man sie ganz deutlich – die vielen kleinen Insekten, die die Natur zum Leben erwachen lassen. Sie übernehmen viele wichtige Aufgaben. Zum Beispiel Blütenbestäuber, wie Bienen, Hummeln oder Schmetterlingen befruchten sämtliche Pflanzen und Bäume und sorgen letztendlich dafür, dass diese zu blühen beginnen. Dabei fällt einiges an Arbeit für die kleinen Tiere an. Rund 70 % aller Blumen und Pflanzen müssen bestäubt werden, um Blüten und schließlich Früchte zu entwickeln. Viele Gartenbesitzer legen ihren Garten extra insektenfreundlich an. Es entsteht eine Win-Win-Situation. Der Mensch schafft einen sicheren und natürlichen Lebensraum für die Insekten, die im Gegenzug Pflanzen und Bäume erblühen lassen. Doch welche Eigenschaften sollte ein insektenfreundlicher Garten eigentlich haben? Ein paar hilfreiche Tipps für die Gartengestaltung folgen hier.

Insekten sind wichtig für das Ökosystem

Dadurch, dass manche Insekten u. a. unsere Bäume bestäuben, tragen sie einen bedeutenden Beitrag zur Versorgung des Menschen mit Nahrungsmitteln bei. Es würde zu Ernteausfällen von Obst und Gemüse kommen, würden Biene & Co. nicht fleißig von Pflanze zu Pflanze fliegen. Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet sind Insekten eine Form von Nahrung für sämtliche Vogelarten. Es gibt wirklich faszinierende und schöne Tiere zu bestaunen. Das Paradebeispiel ist der Schmetterling, der in bunten und prächtigen Farben durch die Welt flattert. Leider ist das Insektensterben, bedingt durch die starke Beeinträchtigung der Natur durch den Menschen, deutlich erkennbar. Mit einem insektenfreundlichen Garten kann man dabei helfen, dem Negativtrend entgegenwirken. Es wäre zu schade, wenn solch hübsche Tiere, wie der Schmetterling verschwinden würden.

Fliegengitter an Balkontür

Durch verschiedene Vorkehrungen wie Fliegengittern für die Fenster, kann man verhindern, dass sie sich in die Wohnräume verirren. Die kleinen Tiere gehören in die Natur und nicht in die Wohnung.

Was zu einem insektenfreundlichen Garten passt

Blüten laden zum Verweilen ein

Eine reiche Blumenvielfalt ist nicht nur schön anzuschauen, sondern bereitet den heimischen Insekten einen perfekten Lebensraum. Die Blumen und Pflanzen sollten zur Region passen. Bienen lieben beispielsweise Obstbäume bzw. -sträucher wie den Apfel oder die Himbeere. Schmetterlinge hingegen ziehen den Sommerflieder vor.

Eine Übersicht insektenfreundlicher Pflanzen

Blumen

Pflanzen und Kräuter

Bäume und Sträucher

Lavendel Oregano Himbeere
Fuchsien Basilikum Brombeere
Glockenblumen Thymian Schwarze/Rote Johannesbeere
Stiefmütterchen Kapuzinerkresse Apfel
Fächerblume Sommerflieder Kirsche

Und viele, viele mehr!

Ein Hotel für kleine Krabbler

Es ist ganz einfach in seinem Garten ein Insektenhotel zu errichten. Es gibt sie fertiggebaut zu kaufen, aber man kann die Insektenimmobilien auch leicht selbst bauen. Egal welchen Weg man wählt, die Natur wird es einem danken. Ein solches Hotel besteht aus allerlei verschiedenen Materialen wie beispielsweise Holz, Schilf, Lehm, Bambus, Eierschachteln und vieles mehr. Es ist wichtig, dass es mehrere kleine Zwischenräume gibt, in die die Insekten schlüpfen können.

Insektenhotel

Den Raum können sie nutzen, um im Frühjahr und im Sommer zu nisten und wenn es kälter wird zu überwintern. Viele Nützliche Bauanleitungen und Tipps findet man im Internet. Dieses Video ist ein gutes Beispiel.

Chemische Mittel aus dem Garten verbannen

Die Chemiekeule ist effizient, wenn es darum geht, gegen Schädlinge vorzugehen. Die Substanzen sind jedoch schädlich für Mensch und Tier. Für die Gartenarbeit gibt es biologische Alternativen, auf die man in einem insektenfreundlichen Garten zurückgreifen sollte. Es gibt auch Pflanzen, die keine zusätzliche Schädlingsbekämpfung durch den Menschen benötigen. Sie haben natürliche Schutzmechanismen integriert. Beispiele dafür sind die Ringelblume, die Iris oder die Akelei.

Beleuchtung in der Nacht ausschalten

Es sieht wunderschön aus, wenn der Garten in der Nacht beleuchtet ist. Leider schafft das für Insekten große Verwirrung und diese endet meist sogar tödlich. Licht dient ihnen als Navigationshilfe. Wenn der Garten punktuell Lichtquellen aussendet, dann schwirren vor allem fliegende Tiere die ganze Nacht um die Leuchten herum. Auch andere Insekten nähern sich gerne der Energiequelle an. Der Nachteil an der Sache ist, dass sich ebenfalls die natürlichen Fressfeinde, wie zum Beispiel die Spinne, am Licht aufhalten. Viele überleben den Besuch an einer Leuchte deshalb oft nicht. Wenn es fliegende Arten doch geschafft haben, nicht gefressen zu werden, schwirren sie die ganze Nacht um Solarleuchten und Strahlern herum, bis sie zum Sonnenaufgang erschöpft am Boden liegen und leider sterben.

Eine „wilde Ecke“ einrichten

Ein künstlich angelegter Garten ersetzt den natürlichen Lebensraum der Tiere nicht. Alle angesprochenen Punkte ermöglichen den Insekten aber dennoch ein angenehmes Leben und verbessern die Natur nachhaltig. Wer eine Ecke oder einen kleinen Platz in seinem Garten entbehren kann, der sollte eine sog. „wilde Ecke“ anlegen. Dieses kleine Stück des Gartens bleibt vom Menschen unberührt. Dort lässt man der Natur freien Lauf. Einen besseren Lebensraum für Insekten gibt es nicht.

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